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Die Geschichte hinter der Musik
ALLERERSTER CAT STEVENS-BERICHT IN DER BRAVO

Diese Katze schnurrt nicht

"Glück muß der Mensch haben", sagt er, "das ist viel wichtiger als Talent !" Das ist allzu bescheiden oder doch nur die halbe Wahrheit. Freilich halfen ihm bei seinem Start ein günstiger Umstand und ein freundlicher Zufall. Er war es, der die ersten Aufnahmen für "Deram" machte, dem neuen Ableger der mächtigen britischen Plattenfirma "Decca". Das sicherte dem Anfänger die Aufmerksamkeit der Fachleute. Und dann hieß der Hitsong von Cat Stevens "I love my Dog". Hund und Katze, das war ein hübscher Gag. "Aber der war meinerseits gar nicht beabsichtigt", behauptet er,"ich hatte das Lied schon geschrieben, bevor mir ein Mädchen, für

das ich damals schwärmte, meinen Spitznamen verpasste !" Es muß wohl sein Aussehen gewesen sein, das die Dame meinte. Denn es kann keine Rede davon sein, daß er träge vor sich hin schnurrt. Er ist ein Schnellsprecher und überhaupt ein nervöser Typ. Bei einem kurzen Interview begnügt er sich damit, einen Bierfilz zu zerlegen. Bei einer längeren Unterredung demontiert er beispielsweise völlig
geistesabwesend seinen Regenschirm. Dazu qualmt er pausenlos schwarze Zigaretten und schluckt dazwischen fleißig Wodka mit Zitronensaft. "Ich nehme mir jeden Abend vor, ab morgen Abstinenzler zu werden. Falls ich mich am nächsten Tag noch daran erinnere, schmecken mir die Drinks und die Stäbchen gleich doppelt so gut". Er glaubt jedoch, daß er gute Aussichten hat, diesen Lastern zu entsagen. "Ich habe eine sehr amüsante und nützliche Beschäftigungstherapie gefunden. Ich spiele von früh bis spät meine Gitarre, ich komponiere und ich reime auch selbst meine Texte. Dabei habe ich dann keine Hand frei zum Rauchen.". Er glaubt jedoch, daß er gute Aussichten hat, diesen Lastern zu entsagen. "Ich habe eine sehr amüsante und nützliche Beschäftigungstherapie gefunden. Ich spiele von früh bis spät meine Gitarre, ich komponiere und ich reime auch selbst meine Texte. Dabei habe ich dann keine Hand frei zum Rauchen. Hoffentlich komme ich nicht auf die Idee, mich auf Pfeife umzustellen !" 40 Songs hat er verfaßt und die meisten hat er verkauft. Und unter seinen Abnehmern sind so prominente Kollegen wie Peter and Gordon. Cat Stevens heißt eigentlich Steven Georgiou. Sein Vater stammt aus Athen, seine Mutter aus Schweden. Er wurde am 21.7.1948 in London geboren und er fühlt sich als echter Engländer. Obwohl er in Skandinavien aufgewachsen ist und ihm nach seiner Meinung seine Musikalität von seinem griechischen Papa vererbt wurde. Der betreibt in der Shaftsbury Avenue ein Spezialitäten-Restaurant. Dort hat Cat als Kellner gearbeitet, wenn er Ferien hatte von der Hammersmith-Kunstschule. "Ich war nicht gerade die Freude meiner Lehrer. Ich wollte Maler werden. Nur war ich leider mit den Gedanken immer woanders. Meist bei einer Melodie oder einer Zeile, mit der ich nicht zurecht kam. Auch in unserem Lokal war ich ein Versager. Aus dem gleichen Grund. Die Gäste haben sich nie beschwert, doch sie wurden schon besser bedient !" Mr. Georgiou senior hatte für das künstlerische Hobby seines Sohnes volles Verständnis. Es gab erst Krach, als der Junior einen Hund namens Columbus in die Küche mitbrachte. Das sei unhygienisch, sprach der Vater. Das Tierchen wurde verkauft und Cat schuf aus Protest seinen Song "I love my Dog". Damit hörte ihn sein Freund Mike Hurst. Der junge Manager wollte eigentlich nach Amerika auswandern, doch hier sah er eine Chance. Er ließ Stevens ein Tonband besingen und ging damit zu "Deram". Dort griff man sofort zu. Und beinahe ebenso schnell wurde aus dem Lied ein Erfolg. Seine zweite Scheibe "Matthew and Son" kam innerhalb weniger Tage in die Spitzengruppe. Cat kann sein Glück nicht ganz fassen. Erzählt Mike: "Immer wieder klingelt bei mir mitten in der Nacht das Telefon. Natürlich ist er dran. Um mir zu sagen, die Leute sagen, er ist ein Star. Sei das denn tatsächlich wahr ?".
Bericht und Foto aus der BRAVO, Nummer 9 aus dem Jahre 1967

 

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