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Die Geschichte hinter der Musik
Cat Stevens-Biografie

Cat Stevens´ "wilde Welt"... Das Leben eines Pop Stars, der eigentlich keiner werden wollte.

Autor: Harry Schmieder.

Cat Stevens ist ein faszinierender Mensch. Jedenfalls muss man dies glauben, wenn man den Eindruck seiner Musik zum Maßstab nimmt. Auch die Energie, die er als Mensch ausstrahlt, dieses scheinbare Unruhigsein und doch gleichzeitig alles gelassen zu sehen, strahlt eine gewisse Faszination aus.
Eigentlich wollte er gar kein Pop Star sein, jedenfalls nicht im Sinne des Wortes. Nicht mit all dem Trubel, der damit automatisch verbunden ist, der Gier nach Geld, mit Intrigen, nicht mit dem Medienrummel und den damit oft verbundenen falschen Gerüchten, nicht mit all der Hektik, die oft von sensationshungrigen Reportern verbreitet wird, nicht mit dem oft rücksichtslosen Handeln der Plattenfirmen, die ihre Künstler unter enormen Erfolgsdruck setzen, nicht mit dem ganzen Tourneestress, TV- und Fototerminen usw..

Die Liebe zur Musik hat er schon immer besessen und er benutzte sie, um all seine Gefühle damit einer möglichst großen Gruppe von Menschen zu präsentieren.
Da er schon als sehr junger Mensch (seinen 1. Hit hatte er mit siebzehn Jahren; "I love my Dog") großes Talent besaß, Songs zu komponieren und sie auch selbst zu singen, was lag da näher, als seine Gefühle musikalisch mit dem Medium Schallplatten zu veröffentlichen ?
Da er den damit verbundenen Konsequenzen nicht immer ausweichen konnte, gab er sogar noch kurz vor dem Ende seiner Karriere in einem seiner seltenen Interviews zu, dass er trotz all dem Reichtum, den er mittlerweile besaß, nie recht glücklich war. In einem anderen Interview sagte er, dass es ihm am liebsten wäre, wenn seine Fans nur seine Platten von ihm hätten, mehr nicht. Dies führte er darauf zurück, dass er sich nur schlecht mit Menschen unterhalten könne, weil er schüchtern ist.

Mit bürgerlichem Namen heißt er Steven Demetri Giorgiou. Geboren wurde er am 21.7.1948 inLondon als Sohn eines Griechen aus Zypern und einer schwedischen Mutter. Er hat noch einen Bruder, David, und eine Schwester, Anita. Sein Vater betrieb ein Restaurant im Londoner Westend. Schon seit frühester Kindheit zwar in gesundem Maße mitteilungsbedürftig, aber dennoch mehr introvertiert, zeigen sich schon bald seine künstlerischen Talente, was bei Charakteren seiner Art durchaus nicht unüblich, aber trotzdem nicht selbstverständlich ist. Er zeichnet z.B. sehr gerne und auch sehr gut, was ihn auch durch seine spätere Musikerkarriere begleiten sollte (einige seiner Plattencover sind von ihm gezeichnet).
Schon als jüngster Teenager verspürt er den Drang, alles erlebte jedem mitzuteilen. Weil aber seine angeborene (und vielleicht auch anerzogene) Art ihn eher schüchtern und zurückhaltend gemacht hat, tat er sich anfangs relativ schwer damit, den richtigen Draht dazu zu seinen Mitmenschen zu finden.
Nachdem er die Schule verlassen hat, studierte er Design am Hammersmith Art College in London. Es störte seine Lehrer und Professoren, dass er während der Stunden und Vorlesungen Gitarre spielte, und man legte ihm nahe, die Uni zu verlassen.
Kurz nachdem er die Uni verlassen hatte, gründete er mit Freunden eine kleine Band und tingelte mit ihnen durch die näheren Ortschaften, ohne jedoch den gewünschten Erfolg zu ernten.
Vorher hatte er noch gelernt, Gitarre zu spielen. Mit dem von ihm komponierten Song "Back to the good old Times" machte die Band zwar auf sich aufmerksam und die EMI zeigte auch kurzzeitig Interesse, aber dies zerschlug sich dann bald wieder und die Band fiel dann auch kurz danach auseinander.
Steven aber entdeckte seine poetische Ader und es machte ihm Spaß, eigene Songs zu schreiben und zu komponieren. Allerdings ging es in den sechziger Jahren vielen Talenten so, die den Ehrgeiz hatten, sich mit dem Medium Musik künstlerisch auszudrücken. In einer Zeit, in der die Popmusik boomte und für viele Jahre auch Zeichen setzte. Sänger und Bands schossen wie Pilze aus dem Boden, vor allem aus dem Rock- und Popbereich. Die Beatles, bereits von der Queen geadelt, und die Rolling Stones standen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, aber auch andere Rock- und Popgrößen, aus dem Underground und Folkbereich, wie z.B. The Doors, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Bob Dylan, um nur einige zu nennen, hatten sich längst etabliert. Eine Zeit des Umbruchs fand statt in den sechzigern, weg vom Rock´n Roll der fünfziger Jahre. Der Publikumsmagnet hieß Rock, wie auch der Jazz eine Jahrhundertmusik.
Die inzwischen gewiefte Plattenindustrie stellte sich schnell auf diese Umstände ein und setzte junge Talente mehr und mehr unter gehörigen Erfolgsdruck.

So sollte es auch anfangs Cat Stevens ergehen. Nachdem er ein selbst finanziertes Demoband mit dem Titel "I love my Dog" einigen Radiosendern überließ, war er trotzdem sehr überrascht, als er eines Tages diesen Song auch wirklich im Radio hörte. Er war so sehr überrascht, dass er jedem Passanten der an ihm vorbei ging, sein Radio ans Ohr hielt und schrie: "Das bin ich, ich, ich...". Kurz darauf bekam er auch einen Plattenvertrag bei der englischen Firma Decca. Bis zum Ende der sechziger Jahre hatte er etwas mehr als 30 Songs auf deren Deram-Label eingespielt.
Mit seinen leichtgewichtigen, folkorientierten Songs konnte er jedoch anfangs nicht mehr als einige Achtungserfolge erzielen und Decca schrieb ihm plötzlich vor, mit welchen Musikern er wann und wo auf Tournee zu gehen hat, wann und wo Fernsehauftritte anstanden usw.. Außerdem erkannte er sich auf den fertig gepressten Stücken selbst nicht mehr wieder. Seine Songs waren, so wie von ihm niemals gewünscht, vollgepackt mit Gags, Streichern und Chören und ließen den eigentlichen Sinn der Lieder, nämlich den romantischen, poetischen, aber auch heiteren Text, fast im Hintergrund verschwinden. Diese Tatsache machte ihm schwer zu schaffen, und gepaart mit dem ganzen Tourneestress brach er 1968 schwer krank zusammen. Der Arzt diagnostizierte offene Tuberkulose. Mit einem langen Krankenhausaufenthalt endete so jedenfalls die erste Karriere des Cat Stevens.

Während seiner krankheitsbedingten "Künstlerpause" machte er weiter damit, eigene Erlebnisse, Erfahrungen und Empfindungen in Songtexte umzuwandeln. Dies ist auch ein Punkt, der angesprochen werden muss, will man versuchen, Cat Stevens als Mensch bzw. seine Lieder zu verstehen (vorausgesetzt, man ist der englischen Sprache mächtig und kann ihn wenigstens grammatikalisch verstehen). Denn, nicht wahr, hören und zuhören können sind doch zwei Paar Schuhe...
Cat Stevens hat all seine veröffentlichten Songs selbst geschrieben, komponiert und gesungen. Alle bis auf vier, nämlich "Another Saturday Night", das im Original von Sam Cooke stammt, "Blue Monday" (im Original von Fats Domino), "Child for a Day" (hat sein Bruder David Gordon komponiert) und dem Evergreen "Morning has Broken", zu dem er "nur" die Musikkomposition beigesteuert hat.
Der Text zu diesem wundervollen Lied stammt von Eleanor Farjeon. Gerade deswegen lassen sich seine Lieder, oder sollte man besser sagen, musikalischen Gedichte, in keine Schublade zwängen oder mit kaum einem anderen Künstler vergleichen, außer vielleicht denen des Griechen Georges Mousstaki oder des Italieners Angelo Branduardi, aber eben auch nur annähernd. Seine LPs, vor allem die der 70er Jahre, gaben der Rock- und Popmusik eine völlig neue Dimension. Eine Dimension der Poesie. Klar, Softrock gab es auch schon vorher und wird es auch weiterhin geben, aber so talentiert und ehrlich interpretiert wie von Cat Stevens findet man ihn selten.
Er hatte das Talent, mit allen seinen Titeln seltsam positive Gefühle bei seinen Zuhörern zu erwecken aber auch auf gesellschaftspolitische Probleme aufmerksam zu machen (z.B. mit "Where do the Children Play ?" oder "New York Times"). Viele seiner Zuhörer finden sich zum Teil auch heute noch verblüfft in seinen Titeln selbst wieder und erkennen erstaunt, etwas ähnliches selbst schon erlebt oder empfunden zu haben, z.B. den Trennungsschmerz bei "Lady D´Arbanville"; Cat Stevens´ erste Freundin hieß Patty D´Arbanville, oder dem wunderbar poetisch romantisch interpretierten Song "Boy with Moon and Star on his Head", in dem es um einen jungen Mann geht, der in seiner Hochzeitsnacht einer fremden Gärtnerstochter begegnet. Mit ihr verbringt er einige wunderschöne, romantische Stunden. Kurz bevor seine Hochzeitsvorbereitungen die beiden zum Abschied zwingen, verschmelzen sie in körperlicher Liebe ineinander. Als sie eingeschlafen ist, verlässt er sie mit einem zärtlichen Abschiedskuß auf die Wange und hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Aber trotz aller Erlebnisse danach konnte er die Gärtnerstochter nie mehr vergessen, weil sie ihm etwas gab, was sein Herz nie vergessen konnte. Etwa 1 Jahr später stellt jemand einen Korb bei ihm vor der Tür ab, in dem ein Babyjunge mit einem Mond und einem Stern auf dem Kopf drin liegt. Sofort weiß er, von wem dieses Baby kommt und als er auf die Knie geht,um das Kind zu küssen, flüstert es ihm ins Ohr, es wäre hier, um allen von Liebe und Frieden zu erzählen.
Natürlich ist der Text unrealistisch. Aber wenn man bedenkt, dass er erst zum Ende hin diesen Eindruck erweckt und wenn man der emotionsgeladenen Interpretation zuhört, muss man trotzdem auch von diesem Lied fasziniert sein. Oder aber auch die heitere Freude über etwas, was bei vielen ankommt, zu spüren z.B. bei dem Lied "Banapple Gas", oder Sehnsüchte, Wünsche und Lebensfreude wie bei dem Stück "Glad I´m Alive" und oft auch Träume wie bei "Land of Freelove and Goodbye". Träume, die vielleicht auch zu realisieren wären, wie in "Peace Train". Selbst Generationenkonflikte konnte er eindrucksvoll interpretieren, wie z.B. im Welterfolgstitel "Father & Son", dessen Melodie und Rythmus sogar — für mich völlig unverständlich — früher mal für eine deutsche Teewerbung missbraucht wurde. Er konnte sogar völlig glaubhaft wahrmachen, dass er eigentlich nie ein Pop Star sein wollte, sondern mit seinem Tun nur einen Platz im Herzen seiner Angebeteten erobern wollte, zu hören auf der LP IZITSO im Lied "(I never wanted) To be a Star". Eben darum, weil er vieles selbst erlebt oder derart empfunden hat, was er in den meisten seiner Lieder besingt.

Cat Stevens hat es geschafft, Träume, Sehnsüchte, Ängste, Erlebnisse, Probleme, Empfindungen und Erfahrungen gleichermaßen bei Generationen und vielen verschiedenen Schichten von Menschen zu schüren und das auf wundervolle, ehrliche Weise. Nicht zuletzt deswegen kann man seine Songs schwer mit anderen Interpreten vergleichen, ohne deren Leistung schmälern zu wollen. Seine Lieder sind musikalische Gedichte, die auf seiner Redseligkeit, gepaart mit großem Talent beruhen. Sie sind auch oft Märchen, eingehüllt in immer einprägsamen Sound.

Derart motiviert wollte er auch seine Karriere als Musiker anfangen. Nur traf er — wie oben beschrieben — zu Beginn auf die falschen Leute, die seine Fähigkeiten nur für ihre Zwecke ausnutzten.

Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, bot ihm seine alte Plattenfirma einen neuen Kontrakt mit besseren Konditionen an, doch er lehnte dankend ab. Zum Glück traf er kurz danach auf einen Produzenten, der Künstlern, von denen er etwas hält, völlig freie Hand läßt. Chris Blackwell hieß dieser Mann und arbeitete für Island Records, die u.a. auch Bob Marley unter Vertag hatten. Nun konnte Cat Stevens seine Talente und Ideen voll ausschöpfen und seine Persönlichkeit auch bei seiner Arbeit voll entfalten. Diese Zusammenarbeit sollte über 8 Jahre ununterbrochen immer reifere Früchte tragen und Alben zum Vorschein bringen, die obwohl schwer einzuordnen, auch heute noch mit die meistverkauftesten der Welt sind.
Nicht zuletzt deswegen wurde Cat Stevens Mitte der 70er Jahre weltweit von den Massenmedien zum wichtigsten Songwriter Großbritanniens neben Elton John erklärt. Sein Interesse an der Musik wuchs ständig und noch während er auf einer Promotion-Tour für sein neuestes Album war, freute er sich schon darauf, Lieder für die nächste LP zu schreiben.
Außerdem hat er es immer geschafft, den jeweiligen Zeitgeist mit seinen Liedern zu treffen, das war auch schon in seiner 1. Karriere so. Ich glaube nicht, dass er dies bewußt getan und seine Songs nach der jeweiligen Zeit geschrieben hat. Es ist viel mehr ein guter Beweis dafür, dass sich Menschen erstens weiterentwickeln (können) und zweitens auch anpassungsfähig sein können.
Meiner Meinung nach besteht ein jedes Jahr oder Jahrzehnt aus eigenen, einmaligen Epochen (Zeitgeist eben), in denen entsprechend gelebt wird und die einmalige Erinnerungen schaffen. Dies hängt natürlich nicht zuletzt mit dem menschlichen und technischen Fortschritt zusammen. Ich glaube, dass sich auch Cat Stevens dessen bewusst war (und heute noch ist). Damit ist vielleicht auch seine scheinbare Gelassenheit zu erklären. Wenn man die Einstellung hat, dass jeder Mensch, der aus der Vergangenheit gelernt hat, im positiven wie im negativen Sinne, auch die Zukunft mehr oder weniger bestehen kann, dann wird man grundsätzlich ausgeglichen und gelassen. Leider wird diese Einstellung von anderen Menschen manchesmal als oberflächlich und ignorant diskriminiert, aber damit können gelassene Menschen leben, denn sie wissen, dass das nicht stimmt.
Darum bin ich mir sicher, dass er auch den heutigen Zeitgeist treffen würde, hätte er seine musikalische Karriere nicht beendet. Und das, obwohl seine Lieder zeitlos sind. Man kann sich heute an seinen Songs von vor über 30 Jahren genauso erfreuen, wie vor über 30 Jahren, weil sie eben keine einmalige Modeerscheinung sind, wie man sie heutzutage sehr oft von anderen Interpreten findet, sondern musikalisch ehrlich interpretierte Gefühle eines faszinierenden Menschen.

Seine Songs wurden auch in einigen Fernseh- und Kinofilmen eingebunden. Ein Film erlangte dadurch sogar Weltruhm. Nämlich die herrlich verrückte Geschichte von einem exzentrischen jungen Mann, der zu Hause bei seiner schizophrenen, aber stinkreichen Mutter wohnt. Dem Alltag überdrüssig, beschäftigt er sich mit obscuren Dingen wie Friedhofbesuche, Beerdigungen, Umbau eines teueren Sportwagens, den ihm seine Mutter geschenkt hat, in einen Leichenwagen usw..

Dabei lernt er eine fast achtzigjährige, aber lebenslustige alte Dame kennen, die ähnliche Neigungen wie er hat.

Trotz anfänglicher Differenzen verliebt er sich in sie, obwohl er nicht weiß, dass sie sich geschworen hat, an ihrem achtzigsten Geburtstag Selbstmord zu begehen. Als sie dann ihr Vorhaben wahr macht, begeht auch er Selbstmord, indem er mit seinem "Leichenwagen" eine hohe Klippe hinunterfährt...
Plötzlich steht das Bild still, die Kamera wandert nach oben und Harold, so heißt der männliche Hauptdarsteller in dem Film, steht vor dem Abgrund mit einem Banjo in der Hand. Alles nur ein Traum ?...
Der Film trägt den Titel "Harold & Maude" und wurde im Jahre 1971 gedreht und kurz danach veröffentlicht. Wie gesagt, hat Cat Stevens für diesen Film den Soundtrack geschrieben und einige bis dahin auf Schallplatte veröffentlichten Songs sind darin zu hören.
Alle Cat Stevens-Fans staunten jedoch nicht schlecht, als sie in diesem Film zwei Lieder hörten, die sie bis dahin nie gehört haben, nämlich gleich zu Anfang "Don´t be Shy" und während des Streifens sowie am Schluß den Song "If you want to be free".
Cat Stevens hat schon vor der Veröffentlichung des Filmes festgelegt, daß diese beiden Songs nie auf Schallplatte rauskommen sollten, was bis dahin natürlich keiner ahnte.
Man kann sich vorstellen, was für ein Andrang auf Plattenläden und Radiosender rund um den Erdball kurz nach Ausstrahlung des Filmes stattfand. Cat wollte so dem ohnehin fesselnden Film quasi das "gewisse Etwas" verleihen, was ihm ja auch gelungen ist. Nicht zuletzt deswegen hat der Film "Harold & Maude" heute Kultstatus.
Die beiden genannten Songs sind dann später, kurz nachdem er seine Karriere beendet hat, doch auf Platte veröffentlicht worden, und zwar auf diversen Sampler-LP´s. Der Film würde auch ohne die Stevens-Songs seine Faszination ausstrahlen, aber die Songs von Cat Stevens sind aus diesem Film einfach nicht mehr weg zu denken. Ganz einfach deswegen, weil die Songs genau die Assoziationen suggerieren, die beabsichtigt sind. Sie wurden in dem Film auch hervorragend passend in die jeweiligen Szenen eingesetzt.
Auch ein Beweis dafür, dass die Songs von Cat Stevens bestens dazu geeignet sind, Gefühle und Eindrücke zu vermitteln bzw. entsprechende visuelle Empfindungen zu verstärken.

Dann, im Jahre 1978, kam die schlechteste Nachricht für alle Cat Stevens-Fans. Kurz nach der Veröffentlichung seiner letzten offiziellen LP "Back to Earth" war in fast allen Blättern der Welt zu lesen, daß er seine Musikerkarriere aufgeben und ab sofort keine Platte mehr veröffentlichen wird (auch ich konnte dies anfangs kaum glauben).
Die letzte LP "Back to Earth" wurde in Amerika bei der Plattenfirma A&M Records, der amerikanischen Tochtergesellschaft von Island Records, produziert.
Seine komplette Musikerausstattung inklusive aller Aufnahmeaccesoires hat er danach versteigert und den Erlös wohltätigen Zwecken zukommen lassen. Als Begründung nannte der damals erst 30 jährige Künstler, er habe endlich richtig zu sich und auch seinen wahren Gott gefunden (streng gläubig war er immer schon). Seit er den Coran gelesen hat (Anmerkung des Autors: Coran ist "die Bibel" der islamischen Religion, in dem u. a. gelehrt wird, daß es für die gesamte Welt und die gesamte Menschheit nur einen Gott gibt und dieser jedes Tun auf der Erde jederzeit überwacht und jeden Menschen entsprechend "führt"), den ihm sein Bruder gegeben hat, war er von der islamischen Religion so begeistert, daß er ihr kurz darauf beitrat. Fortan nannte er sich "Yusuf Islam" und half mit, die Lehren des Coran und des Islam zu vertreten, verbreiten und auch zu verteidigen.

Als ich etwas über diese schlechten Nachrichten hinweg war, war Cat Stevens damals für mich der "Aussteiger des Jahres", was aber eher Zweckoptimismus war. Abgefunden habe ich mich bis heute nicht damit. Wie viele ähnlich toller Songs hätte er noch veröffentlichen können, wie viel hätte er uns damit noch "erzählen" können, gerade weil er einige Jahre vorher in einem Interview sagte: "Ich habe noch so viel zu erzählen"...

Mit einem sehr bitteren Beigeschmack machte Cat Stevens bzw. Yusuf Islam in den frühen 90er Jahren wieder von sich reden:
Der in England lebende Dichter und Buchautor Salman Rushdie hat in den späten 80er Jahren in seinem Buch "Satanische Verse" die Lehren des Islam kritisiert. Im Islam und vor allem bei Ayatollah Komeihnie, dem Führer der Shiiten, einer radikalen islamischen Randgruppe, wurde das Buch als Gotteslästerung und Ketzerei verdammt.
Auf den Straßen der islamisch geführten Städte wurde das Buch auf groß angelegten Feuern vor laufenden Kameras öffentlich verbrannt. Komeihnie verurteilte Salman Rushdie in Abwesenheit öffentlich zum Tode und bot eine hohe Summe Geldes demjenigen, der ihn nachweislich umbringt !
Fast zehn Jahre, in denen der Schriftsteller ununterbrochen Todesängste durchlebte und sich verstecken musste hat es gedauert, bis nach langem hin und her sowie diplomatischen Vermittlungsversuchen die Todesstrafe zwar offiziell und öffentlich zurückgenommen wurde, aber gleichzeitig nicht garantiert werden konnte, dass sie nicht doch ausgeübt werden könnte, obwohl die "Belohnung" auch zurückgenommen wurde ! Zwischenzeitlich auf all diese widrigen Umstände angesprochen, soll sich Cat Stevens, alias Yusuf Islam, ANGEBLICH voll zu den Maßnahmen des Islam und seiner Führung bekannt haben ! ...kaum zu glauben !

Mittlerweile weiß ich aus glaubwürdigen Quellen, dass dem so nicht war ! Er wurde seinerzeit völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert ! Ich denke, absichtlich ! Damit wollten ihn einige Neider wohl ins Abseits schieben........
Und ich weiß auch, dass er ein bekennender Muslim ist, also einer der Islam-Angehörigen, die, wie in anderen Religionen auch, zu den guten, warmherzigen und ehrlichgläubigen gehören. Dazu steht er und das zu Recht !
Leider wird in den Medien viel zu wenig über das positive der Muslime berichtet, so dass die Berichte, die Blut, Krieg und Tyrahne beinhalten, zu Unrecht ein schlechtes Gesamtbild von der islamischen Religion abgeben.
Und ich denke, in jeder Religion gibt es aggressive Auseinandersetzungen. Die größten Kriege, die die Menschheit erlebt hat, waren die Religionskriege.
Man denke nur an die Protestanten/Katholiken-Kriege, wie sie teilweise auch heute noch z.B. in Europa stattfinden.... Oder die Rassen- und Fanatikerkriege, auch außerhalb der europäischen Welt...

Heute lebt Steven Dimitri Giorgiou wieder in London. Er ist verheiratet und Vater von 5 Kindern...

So bleibt uns Cat Stevens-Fans nur die Möglichkeit, seine alten Songs anzuhören und zu träumen davon, was gewesen wäre, hätte er noch ein paar Jahre länger gesungen. Ich jedenfalls halte seine Lieder auch heute noch für zeitlos und höre sie mir immer wieder gerne an.

Cat Stevens ist ca. 1,77 m groß. Er mag schwimmen, Comics, lesen, malen und Hunde ("I love my Dog"...). Schlapperige, verwaschene T-Shirts mag er ebenso wenig wie Regen, nasse Streichhölzer und missverstanden zu werden. Seine Lieblingsnahrung sind Wassermelonen und seine Lieblingsgetränke sind Milch und Milchtee.

. :  © 29.09.1999 — 10.03.2010, Layout- und Content-Design: Harry Schmieder, Global-Design.at e.U.    ¦   W3C HTML 4.01    ¦   W3C CSS    ¦   W3C tabellenfrei    ¦   nach oben   : .