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Die Geschichte hinter der Musik
Yusuf erzählt (über die Hintergründe von Cat Stevens-Songs):

In dieser Serie geht es darum, dass Yusuf Islam über die Hintergründe seiner Cat Stevens-Songs erzählt. Genauer über die Songs "I wish, I wish" und "The Wind".

I wish I wish
I wish I knew, I wish I knew
what makes me me, and what makes you you.
It's just another point of view, ooo.
A state of mind I'm going through, yes.
So what I see is never true, ahhh.

I wish I could tell, I wish I could tell
what makes a heaven what makes a hell.
And do I get to ring my bell, ooo.
Or land up in some dusty cell, no.
While others reach the big hotel, yeah.

I wish I had, I wish I had
the secret of good, and the secret of bad.
Why does this question drive me mad? ahhh.
'Cause I was taught when but a lad, yes,
That bad was good and good was bad, ahhh.

I wish I knew the mystery of
that thing called hate, and that thing called love.
What makes the in-between so rough? ahhh.
Why is it always push and shove? ahhh
I guess I just don't know enough, yes.

Ich wünsche ich wünsche
Ich wünsch ich wüsste, ich wünsch ich wüsste,
was mich zu mir macht, was dich zu dir macht.
Es ist einfach ein anderer Blickpunkt.
Ein Gedankendurcheinander, durch das ich gehe.
und was ich sehe, ist niemals wahr.

Ich wünsch ich könnt erzählen, ich wünsch...
was macht den Himmel, was macht die Hölle.
Und ob ich auch mein Ziel erreichen werde,
oder enden muss in einer staubigen Zelle,
während andere das große Hotel erreichen ?

Ich wünsch ich hätte, ich wünsch ich hätte
das Geheimnis des Guten und des Bösen.
Warum macht diese Frage mich verrückt ?
Weil mir schon als Bursche gelehrt wurde,
das böse war gut und gut war böse.

Ich wünsch ich wüsste das Mysteriöse von
dem Ding Hass genannt dem Dinge Liebe genannt
Was das Dazwischen so rau macht.
Warum ist es immer ein Antreiben und Stoßen ?
Ich schätze, ich weiß einfach nicht genug.

Diesen Song habe ich direkt resultierend aus meiner Einlieferung ins Hospital geschrieben, die während meiner Tuberkulose im Jahre 1968 folgte. Er reflektierte die Fragen , deren Antworten ich ersehnte („ich wünschte, ich könnte erklären, was den Himmel und was die Hölle bildet.....“).

Viele (Fragen) waren die Widersprüche, die wir zum Ende des 20. Jahrhunderts erfuhren.

Obwohl die römisch-katholischen Klosterschwestern, die uns in der Primärschule unterrichteten, sicher waren, in Himmel und Hölle vieles zu erkennen, hagelten sie aus einer in beträchtlichem Ausmaß anderen Welt als die neuen Science Fiction-Kinder wie ich, die im Moment heranwuchsen. Pop Stars stürzten seit geraumer Zeit auf uns hernieder, so als kämen sie von ganz oben vom glitzernden Himmel. Mit ungekämmten Haaren, gekleidet in Samt und funkelnden, seidenen Gewändern sangen sie zu uns über unseren Individualismus.

Die Freiheit des Ausdrucks war jetzt ein unabdingbares Recht, das aus allen menschlichen Sympathien der Beatles und Stones geboren wurde.

Während des Religionsunterrichtes sind wir alle über die heilige Dreifaltigkeit aufgeklärt worden – drei ist das gleiche wie eins. Aber wehe dem, der solch eine Äußerung im Matheunterricht von sich gegeben hätte..... sie wäre wohl als Blasphemy abgetan worden...

Das waren nur einige von Paradoxen, mit denen wir Kinder zu leben hatten.(Mir als junger Mann aber wurde gelehrt, dass das Schlechte gut war und das Gute schlecht).

Ebenso rätselhaft war die Geschichte, die sie andauernd in der Schule über Adam und Eva wiederholten, insbesondere erschien es, dass unsere wahren Vorfahren haarige Affen waren im richtigen Leben ? Gott mag wissen, was es bedeutete – ich zweifellos nicht.

>Wie die meisten Kinder hatte ich ein neugieriges Gemüt und liebte die Offenheit, die die Wissenschaft zum Leben erweckte. Moderne Entdeckungen und der starke Einfluss der modernen liberalen Philosophie veränderten jetzt religiöse Normen. Es war ein Kampf für die Seele. Die alten, traditionellen Wege, vertreten hauptsächlich durch die Kirche, waren verloren. Moral an und für sich bekam jetzt ein fragwürdiges Ausmaß.

Obwohl vorehelicher Sex im Allgemeinen noch als Tabu angesehen wurde, machte es die Erfindung der Verhütungsmittel einfacher, verantwortungslosen Geschlechtsverkehr zu haben und die Kirche war machtlos, die Entwicklung zu stoppen.

Ein neuer, mächtiger Held der Menschheit ging hervor: Einstein (kein Zweifel. Sein neogalaxie-Haarstil war Vorbild für viele Rockstars, einschließlich meiner zeitgenössischen Helden Bob Dylan und Jimi Hendrix). Er lehrte uns, dass alles, einschließlich der Begrenzung von richtigem und falschem, relativ sei (es ist etwas anderes, ein anderer Geisteszustand, den ich gerade durchmache, dass alles, was ich sehe, nie zutreffend ist). Es gab keine festen Realitäten jenseits des Universums, keine religiösen Einschränkungen oder Gebote, an die man sich halten konnte, so erschien es zumindest. Die allgegenwärtige Philosophie dieser ganzen neuen Generations-Vision basierte auf dem Konzept: Wenn es dich glücklich macht, steh dazu.

Gut. Überall dazustehen ließ mich meine Jugend verabscheuen, die ich dann, ganz oben angekommen, schnell beendete. Durch die lebensbedrohliche Plage Tuberkulose, und nach einem übernatürlichen Wiedererwachen zurück in eine neue Karriere (komplett mit einem Messias-ähnlichen Bart als Beweis). Es wurde höchste Zeit für mich, ein Gegengift zu finden.

Ich erreichte die richtige Reife dazu im Alter von 29. Das Universum benötigte noch eine ausgeglichenere Erklärung, und ich war „On the road to find out“. Meine Seele war noch gierig nach Antworten. Egal, wie stark ich es probierte, ich konnte einfach nicht die Stimme meines Gewissens unterdrücken („I wish I could, I wish I had, the secret of good and the secret of bad“).

Wunderbar passend fiel ein Buch in meine Hände, das plötzlich einen neuen geistigen Horizont, den Koran, öffnete. Meine Augen begannen, sich einer neuen Welt zu öffnen, in der Wunder jeden Tag geschahen.

UND SIEHE, IN DER KREATION DES HIMMELS UND DER ERDE, UND DEM WECHSELSPIEL VON TAG UND NACHT SIND TATSÄCHLICH ZEICHEN FÜR MÄNNER MIT VERSTÄNDNIS. MÄNNER, WELCHE DEN LOB ZU GOTT ZELEBRIEREN, STEHEN, SITZEN UND LIEGEN UNTEN AUF IHRER SEITE UND BETRACHTEN DIE WUNDER IM HIMMEL UND AUF ERDEN MIT EINEM GEDANKEN: OH GOTT, NICHT UMSONST HAST DU ALL DAS GESCHAFFEN ! RUHM FÜR DICH ! GIB UNS DIE ERLÖSUNG VOR DER STRAFE DES FEUERS.

Endlich war mein Wunsch nach Verständnis durch das Geschenk eines Buches der göttlichen Wissenschaften gekrönt worden. Abgesehen von der kraftvollen Botschaft des Einsseins, des Gottes und der Vereinigung aller Propheten, wie Moses, Jesus, Abraham und Noah zusammen mit Mohammed, war der Koran auch aufschreckend genau, insofern Fachinformation.

Ich hatte ein frommes Schriftstück gefunden, in welchem die Wissenschaft nicht fremd war, in dem die Moral dennoch fest war und kompromisslos. Jetzt endlich fing ich an, mich zu Hause zu fühlen.

Beide allgemein gültigen Theorien des „großen Knalls“ sowie die Anerkennung des Wassers, die eine Vorbestimmung für das Bestehen anderer Lebensformen im Universum sind, waren in den ersten Versen des Koran zu finden. Ein kraftvolles Paradigma der Gott-basierenden Argumentation und der Vernunft hatte meine Welt erreicht.

WOLLEN DIE UNGLÄUBIGEN NICHT SEHEN, DASS DER HIMMEL UND DIE ERDE ZUSAMMEN VERBUNDEN WAREN, BEVOR WIR SIE AUSEINANDER GESPALTET HABEN UND DASS ALLES LEBEWESEN VOM WASSER GESTALTET WURDE ?

GLAUBEN SIE ES DENN IMMER NOCH NICHT ?

Der Koran wird manchmal „Al Furgan“ – „das Kriterium“ oder das Maß von Gutem und von Falschem bezeichnet. Jetzt konnte ich verstehen, was den Himmel und was die Hölle bildet (....what makes the heaven, what makes the hell...). Jeder hat ein angeborenes Gewissen, das seine Gedanken und Tätigkeiten überwacht und Gutes vom Bösen trennt, er wird nur blind durch hartnäckigen Ungehorsam. Am Ende wird das Urteil jeder Seele durch die relative Nähe zu Gottes Anweisungen gefällt, die Enthüllung durch irgend jemandes anderes Gewissen wieder belebt werden kann. Diese Anweisungen sind offensichtlich der Schritt ins „große Hotel“ (.....while others reached the big hotel...).

Yusuf Islam, 1999

The Wind
I listen to the wind
to the wind of my soul
Where I'll end up well I think,
only god really knows
I've sat upon the setting sun
But never, never, never, never
I never wanted water once
no never, never, never.

I listen to my words 
but they fall far below
I let my music take me 
where my hearts want to go
I swam upon the devil's lake
but never, never, never, never
I never make the same mistake
no never, never, never.

Der Wind
Ich höre zum Wind
zum Wind meiner Seele.
wo ich enden werde, nun ich denke
nur Gott weiß es wirklich.
Ich saß auf der Abendsonne
Aber nie, nie, nie, nie
nie habe ich einmal Wasser gewollt
nein nie, nie, nie.

Ich höre meinen Worten zu
aber sie fallen tief runter.
Ich lasse meine Musik tragen mich
wo mein Herz hingehen will.
Ich schwamm auf des Teufels Fluss
aber nie, nie, nie, nie
ich mache nie den gleichen Fehler
nein nie, nie, nie.

Inspiration war immer schon ein erhabenes, mysteriöses Erlebnis. „The Wind“ verweist auf diese Form von innerer Führung, welches in unserem Unterbewusstsein stattfindet („Ich höre zum Wind, zum Wind meiner Seele“). Auf unprophetischem menschlichen Level stellt „The Wind“ diese subtile Brise dar, die gelegentlich von tief in uns ausströmt, unsere Segel in diese Richtung bläst, und das entlang des großen Ozeans unseres Lebens hindurch.

All die Zeit, in der ich diesen Song schrieb, „Wind“ symbolisierte auch ästhetische Intuition – der vitale Begleiter von jedem kämpfenden Künstler. Aber gegenüber meiner ursprünglichen Absicht ist es hart, die fromme zugrundeliegende Botschaft nicht zu beachten. Eine merkwürdig passende Anerkennung des endlosen Wissens und alles beherrschenden Planens Gottes („Wo ich schließlich ende, ich denke, dass nur Gott das wirklich weiß“).

Die Wörter sehen heute, was nach vielen Jahren, nachdem ich sie schrieb so alles passiert ist, besonders von meinem heutigen Blickwinkel als Muslim, viel interessanter aus.

Die Worte „Ich habe auf der Abendsonne gesessen“ nahmen Bezug zu der Auffassung vom Verstand über den Stoff. Das Bild einer Person, die auf einer flammenden Sonne sitzt und nicht durstig wird, faszinierte mich in jenen Tagen wie der Buddhismus. Wie diese mysthischen Weisen war es mein Wunsch, auf einem Stapel brennender Kohlen gehen zu können, ohne zu schreien.

Ich versuchte, Kontrolle über meine Wünsche auszuüben. Aber, während ein Buddhist versucht, Kontrolle über seine Wünsche durch steife Trennung von diesen zu bekommen, konnte ich Jahre später durch den Islam eine natürlichere Art des Selbsterkennungs-Zieles erlernen. Als Muslim erlernt man, wie man extreme Härte akzeptieren kann: nicht durch Trennung, sondern durch Zuhören, die Annahme von Gott und der liebevollen Unterordnung (Lit.-Islam). Das Fasten ist deshalb ein Teil des Lebens der Gläubigen. Und Gott erklärt uns im Koran: „Oh ihr, die ihr glaubet. Das Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es vorgeschrieben war denjenigen vor euch. Damit ihr vielleicht das Gottesgewissen erlernen möget“.

So nach vielen Jahren der Versuche, meine Wünsche zu erfüllen und mit meinem Ego zu kämpfen fand ich, dass ich durch die Zuwendung in Richtung Gottes alle Tests dieses Lebens relativ leicht bestehen kann. Das ist weil, als Menschen haben wir es nicht nötig, übermenschliches darzubieten, wie auf einem Nagelbett zu schlafen oder auf Feuer zu wandeln - niemals. Nur manchmal sind wir gefragt, den Luxus dieser Welt aufzugeben, für kurze Momente, welche wir sehen als Gegenleistung zur Gottes Zufriedenheit.. Und das wird uns unendlich entlohnt.

Den Bezug zu „des Teufels See“ hatte ich tatsächlich. Als Warnung für mich für eine ziemlich üble LSD-Reise im Common Clapham, am Haus von Noel Redding, dem ehemaligen Bassspieler von Jimi Hendrix. Alle Arten von teuflischen und paranoischen Bildern fluteten in mich und aus mir währenddessen, die erste meiner frühen psychodelischen Erfahrungen. Der Trip war anscheinend unendlich, es war wie festgegurtet zu sein an einem Riesenrad auf einer nicht enden wollenden Fahrt – hoch und runter, hoch und runter. Ich fühlte mich selbstmörderisch. Als der Morgen endlich graute, arrangierte ich es, durch die Vordertür zu entwischen. Und siehe da ! Wundertätig hatte es geschneit diese Nacht ! Weiße Flocken zierten das Gras wie ein leuchtender, engelgleicher Teppich. Diese malerische Szene gab mir später die Inspiration zu einem anderen Song, berechtigterweise „Lilywhite“. So weit was die schweren Drogen anbelangt, versprach ich mir selbst, niemals für immer zu versinken in diese bittere Erfahrung („Ich mache nicht mehr den gleichen Fehler, nein niemehr, niemehr, niemehr“).

Inspiration in ihrer höchsten Form ist auf die von Gott auserwählten Propheten und Botschafter beschränkt, um die Menschen auf seinen Weg zu lenken. Ähnlich wie der Torah von Moses und der Gospel von Jesus, wurde der Koran tief im Herzen des letzten Propheten Mohammed geboren, Friede sei mit ihm, durch den Engel Gabriel. Dieser Prozess, durch welchen Gott seine Worte der Führung an die Menschheit richtete, wurde „Al-Washy“ genannt, oder „göttliche Inspiration“.In der 53. Surah, letzlich genannt „Der Stern“ ist die folgende Referenz gemacht:

BEIM UNTERGEHENDEN STERN. DEIN BEGLEITER WIRD SICH WEDER VERIRREN NOCH TÄUSCHEN. NOCH SAGT ER (IRGEND ETWAS) VON (SEINEN EIGENEN) BEGEHREN. IHM BEIGEBRACHT DURCH EINE GEWALTIGE MACHT IST ES NICHT WENIGER ALS INSPIRATION, ZU IHM HERAB GESENDET.

Diese Art von „göttlicher Inspiration“ war nur den Propheten gegeben und die Worte und Befehle, dafür offenbart, waren verpflichtend auf alles menschliche.

Wie immer, andere Formen der Inspiration sind auch im Koran erwähnt, wie das Geben an die Mutter von Moses. Der Pharao hatte befohlen, dass alle männlichen israelischen Kinder hingemetzelt werden sollen. Aber Gottes Plan war es, dieses neugeborene Kind, Moses, zu retten und es in des Pharaos ureigenen Palast aufsteigen zu lassen – Siehe ! Wir senden zu seiner Mutter, durch Inspiration, die Botschaft: „Werfe (das Kind) in eine Truhe und setze es im Fluss aus...“

Abseits von den Empfehlungen vom historischen Leben der Propheten, kann die Inspiration auch einfachen Leuten gewährt werden. Egal, wen Gott zu führen wünscht, er erweitert deren Truhe zum Islam. Das sagt aus, dass eine Person „inspiriert“ werden kann, den Islam zu akzeptieren, wie tatsächlich mir passiert, obwohl unmögliche Chancen scheinbar hoch dagegen stehen.

Überraschenderweise kann die Inspiration auch Kreaturen wie den winzigen Hummeln gegeben werden, als Anordnung es in ihrem täglichen Leben zu führen. Im Koran wird es erwähnt: „Und Gott inspirierte die Hummel, ihre Zelle in Felsen zu bauen, in Bäumen und in Wohnungen“.

Yusuf Islam 1999

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