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Die Geschichte hinter der Musik
Cat hat keine Krallen mehr

Popstar Cat Stevens gestand in einem seiner seltenen Interviews eine hässliche Angewohnheit.

Eine schwarze Luxuslimousine rast über einen holländischen Feldweg, vorbei an Windmühlen, Feldern und Kühen, biegt plötzlich rechts ab und landet in einem kleinen Wäldchen. Hier, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, befindet sich das Relight Studio. Im Fond des Autos sitzen Cat Stevens (29) und sein Bruder David Gordon (36).
Die beiden Brüder waren heimlich aus London angereist, um in dem Dorf Hilvareenbeek an einem Musical zu arbeiten. Cat erwartet uns in einem etwa 15 Quadratmeter großen Raum. Links neben ihm sitzt sein Bruder David, rechts ein persönlicher Freund.
"Journalisten verbreiten immer Hektik", murmelt Cat missbilligend. Kein guter Anfang. Doch bald wird er freundlicher. Warum nimmt er ausgerechnet hier in Holland auf ? Cat grinst und nippt an seinem Milchtee. "Warum nicht ?" beantwortet er die Frage mit einer Gegenfrage und fügt hinzu: "Es ist ein gutes Studio. Genesis, Black Sabbath und viele andere bekannte Leute waren hier. Außerdem bin ich gerne unterwegs. Izitso, meine neueste LP, habe ich in Los Angeles, London, New York und Kopenhagen aufgenommen. Ich fühle mich in London sehr wohl. Wahrscheinlich bin ich ein richtiger Stadtmensch. Das Landleben ist nichts für mich, es ängstigt mich. Ich hasse die Einsamkeit und die Stille. Um mich herum müssen Menschen sein, Lärm und pulsierendes Leben..."
Stimmt es, dass sich die Platte auf sein Leben bezieht ? Cat: "Ja, das stimmt. Sie ist eine musikalische Reise in die Vergangenheit. Ich glaube, jeder von uns hat mal so einen Augenblick, wo er sich fragt, wofür er lebt und warum er so geworden ist, wie er ist."
David und Cat gleichen sich sehr. Nicht nur äußerlich. Beide verbindet die Liebe zur Musik, beide haben die gleiche schlechte Angewohnheit. "Wir kauen Fingernägel", gesteht Cat und blickt schuldbewusst auf seine unansehnlichen Nägel. "Ich habe schon oft versucht, mir diese hässliche Sache abzugewöhnen, aber es gelang mir einfach nicht. Immer, wenn ich nervös bin, fange ich wieder damit an !" Er grinst: "Eine Katze ohne Krallen klingt nicht schlecht, was ?"
Man merkt, dass das Gespräch anfängt, ihm Spaß zu machen. Sein Gesicht ist nicht mehr so angespannt wie zu Beginn. "An den Händen erkennt man übrigens den Charakter eines Menschen", fährt er fort. "Ein Gesicht kann man verstellen, die Hände nicht". Doch nicht nur Hände, auch Zahlen spielen in Cats Leben eine große Rolle. So glaubt er ganz fest an die Lehren des Pythagoras. "Dieser Philosoph" erzählt Cat, "wurde auf der Insel Samos vor der Küste Kleinasiens geboren. Sein Weltbild sieht folgendermaßen aus: Eine bestimmte Zahlenzusammenstellung entspricht dem Begriff Gerechtigkeit, eine andere den Begriffen Seele oder Vernunft und so weiter, so daß sich fast jedes Ding durch Zahlen ausdrücken läßt. Er behauptet, das Universum sei nach einem durch Zahlen bestimmten Muster aufgebaut".
In Jamaika lernte Cat vor einigen Jahren eine Frau kennen, die ihn in die Geheimnisse der Zahlen einweihte. Cat: "Ich war fasziniert. Ich befand mich damals in einer Identitätskrise."
Zu Journalisten hat er ein gestörtes Verhältnis. Warum ? Cat grinst. "Die meisten glauben, ich sei arrogant und eingebildet. Das stimmt aber nicht. Der Grund ist der, dass ich mich einfach nicht so gut ausdrücken kann." Musik bedeutet Cat Stevens fast alles. Mehr noch als die Liebe. Oder täuschen wir uns da ? "Liebesaffären haben einen schlechten Einfluss auf mich. Musik und Liebe passen nicht zueinander. Eine Liebesaffäre hat kein Happy End. Liebe tut weh, sie verletzt."
Nach diesen Worten springt er auf, winkt uns noch einmal zerstreut zu und eilt von dannen. Etwas langsamer folgt David. Sind wir zu persönlich geworden ? "Nein", beruhigt uns sein Bruder, "diesmal hat sich Cat selbst übertroffen !"

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