Über ein Jahr war Cat Stevens spurlos verschwunden. Jetzt tauchte der romantische Pop-Sänger für zwei Konzerte in Deutschland auf. Im BRAVO-Interview gab sich der menschenscheue Künstler als überzeugter Anhänger der Magie zu erkennen...
BRAVO:
Du warst 14 Monate von der Bildfläche verschwunden. Was hast Du in dieser
Zeit gemacht ?
Cat: Nach meiner Welttournee ´74 war ich dem Zusammenbruch nahe.
Der Rummel um meine Person, das gehetzte Leben, das ich führte - das hängte
mir zum Hals raus. Ich merkte, daß ich nicht mehr ich selbst war und daß
ich dabei langsam zugrunde ging. Deshalb machte ich es wie früher die Mönche:
Ich rasierte mir mein Haar und meinen Bart ab und zog alleine los, ohne jemandem
zu
sagen, wohin meine Reise gehen würde.
BRAVO: Verrätst Du jetzt Deinen Zufluchtsort ?
Cat: Ich ging zuerst dreieinhalb Monate nach Brasilien. Dort mietete ich
mir ein abgelegenes, kleines Haus. Wochenlang
sprach ich mit keinem Menschen. Dann ging ich nach Äthiopien und arbeitete
für das Kinderhilfswerk UNICEF, für das ich 100.000 Dollar spendete.
Als ich das Gefühl hatte, mich durch meine Arbeit von den schlechten Einflüssen
des Tourneelebens
gesäubert zu haben, reiste ich in die Schweizer Alpen, lernte Ski fahren
und fing wieder an, zu komponieren.
BRAVO: Das Ergebnis ist Deine neue LP "Numbers", die eine ungewöhnliche
Geschichte erzählt.....
Cat: Die acht Songs handeln von einem weit entfernten Planeten Polygor,
auf dem neun Wesen wohnen. Monad, der Herrscher, Dubay, der Diener, Trezlar, das
Kind, Cubios, der Verwalter, Quizlo, der Raumfahrer, Hexidor, der Hellseher, Septor,
der Doktor, Octar der Riese und Novim, der Weise. Diese neun Wesen haben die Aufgabe,
allen Planeten im Weltall Zahlen zu zuordnen.
Und da man aus den Zahlen 0 bis
9, von denen jede ihre eigene magische Bedeutung hat, Millionen von Kombinationen
machen kann, sind wir alle von diesen Fabelwesen abhängig.
BRAVO: Glaubst Du an Magie und Zauberei ?
Cat: Ich glaube an diese Dinge genauso wie an die Bibel. Ich bin sehr sensibel
und empfange oft Botschaften aus dem All: Tu
das, tu jenes nicht. Ich wollte zum Beispiel nach meinem letzten Konzert nie mehr
auf Tournee gehen. Doch als ich die Songs für mein Album fertig hatte, entstand
gegen meine Überzeugung in mir ein Zwang, der mir befahl, wieder vor das
Publikum zu treten. Ich glaube, daß jeder solche Botschaften empfängt,
aber sich dagegen wehrt, sie zu befolgen.
BRAVO: Wie wird Deine neue Show aussehen, die Du am 2 Dezember in Düsseldorf
und am 6. Dezember in München zeigst ?
Cat: Ich werde die Welt der Magie folgendermaßen in die Konzerte
mit einbeziehen: Zauberer mit unerklärlichen Tricks werde ich mit einbeziehen.
Ein Hinweis darauf ist das mysteriöse Wort "Majicat" das in jeder
Konzertanzeige steht. Es bedeutet in einer Geheimsprache Magie.
BRAVO: Wie bereitest Du Dich auf die kommenden Konzerte vor ?
Cat: Ich hatte mich in den vergangenen Wochen in ein abgelegenes Hotel
bei Frankfurt zurückgezogen, wo ich völlig ungestört üben
und nachdenken konnte.
Denn ich brauche wochenlange Stille, um die Kraft zu tanken, vor ein großes
Publikum zu treten.
