Die
letzte offizielle Cat Stevens-LP. Warum "Back to Earth", obwohl
doch ein gleichnamiger Titel gar nicht darauf vorkommt ? Sich dessen bewusst,
dass dies seine letzte LP ist, hat sich Cat Stevens vielleicht gedacht, dass
er danach wieder ein normales, bodenständiges Leben führen kann und
wird, also wieder zurück auf den Boden, weg von den Höhen des Popgeschäftes
findet. Hört man sich die Platte aber an, merkt man nicht, dass es seine
letzte ist. Im Gegenteil, man meinte früher, den alten Cat Stevens zu
hören
und freute sich schon auf die nächste LP, die aber nicht mehr kam..... Cat
Stevens zeigt in 6 der 10 Songs auf "Back to Earth" wieder sehr viel
Herz, das sich romantisch ("Daytime", "Just another Night" und "Randy") und
auch sozialkritisch
äußert ("Father", "Last Love Song" und "Never"). Heiterer da schon
wieder "Bad Brakes". Mit "The Artist" und "Nascimento" findet man wieder zwei
Instrumentalstücke
auf "Back to Earth", die die individuelle Phantasie der Zuhörer
anregen (sollen ?). Tja, und dann" New York Times": Also, obwohl Cat Stevens
seit
"Tea for the Tillerman" in den USA riesige Erfolge feierte (von den
Verkaufszahlen sogar mehr als in England !), muss er persönlich schlechte
Erfahrungen in Amerika gemacht haben (man denke an den Song "18th Avenue"
aus der LP "Catch Bull at Four"). Obwohl seine Kritik an New York in
"New York Times" sehr global ist und man meinen muss, seine Eindrücke
stammen aus zweitklassigen amerikanischen Filmen, hat er doch Recht. Aber, wie
erwähnt, er hat in seiner ganzen Karriere nicht ein positives Lied über
die USA geschrieben. Stilistisch gesehen ist "Back to Earth" wieder
ein meisterhafter Ohrenschmaus, abwechslungsreich mit größtenteils
anspruchsvollen Texten von einem experimentierfreudigen Cat Stevens. Deswegen
muss man auch heute noch sagen: "Wirklich sehr sehr schade, dass dies
seine letzte LP war..."
