Die
erste LP der siebziger Jahre, dessen Cover Cat Stevens nicht selbst gezeichnet
hat.
Und auch sonst kann man diese LP als "Dreiviertel-Experiment" bezeichen.
Cat Stevens ist für die Aufnahmen und die Produktion von "Foreigner" bewusst
nach Jamaika "geflüchtet", um sich vom britischen Mainstream
zu lösen. Auch
die Besetzung auf dieser LP ist bis auf Jean Roussel (Keyboards) eine völlig
andere. Und völlig untypisch ist zum Beispiel auch, dass die erste Seite
dieser LP aus nur einem Lied besteht ("Foreigner Suite"), das 18 Minuten
und 22 Sekunden lang ist. Wenn man sich diesen Song genau und bewusst anhört,
stellt man fest, dass man daraus auch hätte leicht 3 bis 4 Lieder machen
können.
Sehr gut an diesem Song der 4 bis 5 minütige Synthesizer-Einsatz, der sofort
an den heiteren Cat Stevens erinnert, auch wenn er dazwischen kaum singt. Man
ertappt sich dabei, hier mit zu pfeifen.
Stevens verzichtete auf dieser LP bewusst auf
eingängige
Stücke
wie "Lady D´Arbanville" oder "Morning has Broken" es
waren und setzt an deren Stelle Experimente, die Text und Musik zusammen
fließen
lassen. Die vier Titel der B-Seite sind
dann schon wieder eher Stevens-typisch (bis auf "Later"), schafften aber
nicht den Sprung in den Reigen seiner Klassiker.
Trotz (oder "wegen"?) allem eine wirklich gute, wenn auch bis dahin eher ungewohnte Cat Stevens-LP,
mit der er beeindruckend seine musikalische Vielfalt und Weiterentwicklung bewies.
Ich persönlich finde es sowieso schade und auch ungerecht, wenn man Cat Stevens
nur auf seine 3 ersten Alben der 70er Jahre (Mona Bone Jakon, Tea for the Tillerman
und Teaser and the Firecat) festnagelt und diese als seine besten Alben bezeichnet.
Diejenigen, die das behaupten, haben Cat Stevens nie wirklich richtig verstanden
und in keinster Weise erkannt, dass er sich auch musikalisch ständig weiter
entwickelt hat.
Für mich sind ALLE Alben der 70er Jahre auf ihre ganz spezielle Art und Weise
gleich gut, gleich wichtig und gleichberechtigt wertvoll.
