Stichwort- oder Themen-Suche in 232 verschiedenen Online-Seiten dieser Website: 
Die Geschichte hinter der Musik
Warum aus Cat Stevens Yusuf Islam wurde...

Als Sonderling und Außenseiter galt Cat Stevens schon immer. Jetzt tat der verschlossene Superstar den ungewöhnlichsten Schritt seines Lebens: Er trat zum mohammedanischen Glauben über, spendete der Kirche ein Vermögen und nahm einen neuen Namen an: Aus Cat Stevens wurde Yusuf Islam. MÄDCHEN berichtet über die Beweggründe und schildert die ungewöhnliche Geschichte des Sängers.
Es passierte im amerikanischen Zentrum der mohammedanischen Kirche in Chicago, wo sich bereits Box-Weltmeister Cassius Clay bekehren ließ und den Namen Muhammad Ali annahm. Auf einen Hinweis von Freunden hin hatte sich Cat Stevens, der sich immer schon für jede Art von Religion und Mystik interessiert hatte, zu einem zweiwöchigen Einweisungs- Kurs angemeldet. Rico Martiani, sein persönlicher Betreuer, der mit Cat Stevens seit drei Jahren um die Welt reiste, erklärt: "Erfolg, die Zuneigung der Massen und das viele Geld haben Cat Stevens immer mehr deprimiert als erfreut. In letzter Zeit verkroch er sich wie eine Schnecke in ihrem Haus."
Obwohl Cat Stevens die Umstände seines Übertritts zum mohammedanischen Glauben geheimhalten will, wurde so viel bekannt: Der Sänger war vor allem von der simplen, erleuchtenden Botschaft der Lehre fasziniert. Die mohammedanischen Führer des Zentrums in Chicago: "Der Funke sprang sofort über. Es war so, als hätte unser neuer Glaubensbruder seit langem auf dieses Erlebnis gewartet. Noch während des Einweisungskurses war er bereit, seinen alten Namen abzulegen und sich von jetzt ab Yusuf Islam zu nennen."
Mit diesem Schritt hat Cat Stevens stillschweigend auch die strikten Verbote von Alkohol und Zigaretten, die strengen Fastenvorschriften und die Forderung nach Spenden akzeptiert. Nach bisher unbestätigten Meldungen soll Cat Stevens bereits Beträge in Millionenhöhe an die mohammedanische Kirche gezahlt haben.

Ein in Paris lebender Bekannter des Sängers, der von dem Sänger mit dessem Spitznamen "Steve" spricht: "Steve ist ein Träumer, der immer auf der Suche nach dem Paradies ist. Er kann sich für eine Sache begeistern wie ein kleines Kind. Vor drei Jahren war er zum Beispiel totaler Anhänger des Meditations- Gurus Yogi Maharishi. Er hat damals ebenfalls Unsummen von Geld gespendet und hat die Geschichte nach einiger Zeit aber wieder aufgegeben. Ich kann nur hoffen, daß er diesmal keine folgenschweren Entscheidungen getroffen hat, die er später bereuen wird..."
Widersprüchlich ist das Leben von Cat Stevens schon von Geburt an verlaufen:
In London wurde er am 21. Juli 1948 im Stadtteil Hammersmith als Sohn einer Schwedin und eines Griechen geboren. Den Eltern gehörte das Nachtlokal "Moulin Rouge", die Umwelt des Jungen war die schillernde Nachtszene. Die Schule im Londoner West End langweilte Cat Stevens, er war nur an den musischen Fächern interessiert. Nach Schulabgang schrieb er sich in dem "Hammersmith College of Art" ein - Cat Stevens wollte Karikaturist werden. Aber es kam anders.
1965 nahm er seine erste Single auf: "Back to the good old Times". Doch erste Erfolge hatte er erst mit seiner dritten Platte, die "Matthew and Son" hieß. Mit seiner warmen Stimme, den poetischen Texten und den wunderschönen Melodien schaffte er eine traumhafte Blitzkarriere. Doch Cat Stevens - typisch für das Seelenleben des Sängers - war über diese Entwicklung unglücklich. Er selbst sagt über diese Zeit: "Ich kippte täglich eine Flasche Schnaps und rauchte vor jedem Auftritt Marihuana. Es war grauenhaft."

Ist Cat Stevens mit dem Übertritt zur mohammedanischen Religion dem gesuchten Paradies ein Stück näher ?

Im September 1968 stellten die Ärzte bei Cat Stevens eine schwere Krankheit fest: Er hatte Lungentuberkulose. Man verordnete ihm drei Monate Erholung in ländlicher Atmosphäre. Cat Stevens zog sich auf eine griechische Insel zurück und las chinesische und japanische Literatur. Nach vollständiger Heilung ließ sich Cat Stevens bis 1970 Zeit, bis er erstmals wieder in ein Plattenstudio ging. Es folgte seine kreativste Zeit mit den Alben "Tea for the Tillerman" und "Teaser and the Firecat", auf denen die erfolgreichsten Stevens-Songs vertreten sind: "Lady D´ Arbanville" und "Morning has Broken".
Drei Jahre lang machte Cat Stevens im internationalen Tourneekarussell mit, trat in TV-Shows auf und gab hin und wieder auch mal Interviews, in denen er aber immer zum Leidwesen der Journalisten mehr verbarg als verriet. Seine stereotype Antwort auf intime Fragen hieß immer: "Alles, was ich zu sagen habe, sage ich in meinen Liedern !"
Nach 1974 zog sich Cat Stevens völlig aus der Öffentlichkeit zurück und lebte zeitweise in Brasilien, Äthiopien, Griechenland und Jamaika. Seine Musik wurde immer introvertierter und unverständlicher. Die in diesem Zeitraum produzierten Alben "Numbers" und "Izitso" waren zu eigenwillig, um große Publikumserfolge zu werden. Seine letzte LP "Back to Earth" präsentierte zwar einen positiveren, greifbareren Cat Stevens - doch der Sänger ist inzwischen schon wieder zu neuen Ufern aufgebrochen. Selbst seine Plattenfirma weiß nicht, wie Cat Stevens´ Pläne nach dem Übertritt zum mohammedanischen Glauben aussehen. Ob er überhaupt noch Musik machen wird, ob er sich auch als Sänger künftig Yusuf Islam nennt oder ob er gar in ein Kloster geht, wie man aus seiner Umgebung hören konnte - solche Entschlüsse trifft Cat Stevens allein und sehr spontan. Sein Freund Rico Martiani: "Bei Steve ist alles möglich - er ist und wird der unberechenbarste Mensch bleiben, den ich kenne !"
Text und Foto aus der Zeitschrift "Mädchen", genaues Datum unbekannt.
. :  © 29.09.1999 — 06.02.2012, Layout- und Content-Design: Harry Schmieder, Global-Design.at e.U.    ¦   W3C HTML 4.01    ¦   W3C CSS    ¦   W3C tabellenfrei    ¦   nach oben   : .