Als Sonderling und Außenseiter galt Cat Stevens schon
immer. Jetzt tat der verschlossene Superstar den ungewöhnlichsten Schritt
seines Lebens: Er trat zum mohammedanischen Glauben über, spendete der
Kirche ein Vermögen und nahm einen neuen Namen an: Aus Cat Stevens wurde
Yusuf Islam. MÄDCHEN berichtet über die Beweggründe und schildert
die ungewöhnliche Geschichte des Sängers.
Es passierte im amerikanischen Zentrum der mohammedanischen
Kirche in Chicago, wo sich bereits Box-Weltmeister Cassius Clay bekehren ließ
und den Namen Muhammad Ali annahm. Auf einen Hinweis von Freunden hin hatte sich
Cat Stevens, der sich immer schon für jede Art von Religion und Mystik
interessiert hatte, zu einem zweiwöchigen Einweisungs- Kurs angemeldet.
Rico Martiani, sein persönlicher Betreuer, der mit Cat Stevens seit drei
Jahren um die Welt reiste, erklärt: "Erfolg, die Zuneigung der Massen
und das viele Geld haben Cat Stevens immer mehr deprimiert als erfreut. In
letzter Zeit verkroch er sich wie eine Schnecke in ihrem Haus."
Obwohl Cat Stevens die Umstände seines Übertritts zum mohammedanischen
Glauben geheimhalten will, wurde so viel bekannt: Der Sänger war vor allem
von der simplen, erleuchtenden Botschaft der Lehre fasziniert. Die mohammedanischen
Führer des Zentrums in Chicago: "Der Funke sprang sofort über.
Es war so, als hätte unser neuer Glaubensbruder seit langem auf dieses Erlebnis
gewartet. Noch während des Einweisungskurses war er bereit, seinen alten
Namen abzulegen und sich von jetzt ab Yusuf Islam zu nennen."
Mit diesem Schritt hat Cat Stevens stillschweigend auch die strikten Verbote
von Alkohol und Zigaretten, die strengen Fastenvorschriften und die Forderung
nach Spenden akzeptiert. Nach bisher unbestätigten Meldungen soll Cat Stevens
bereits Beträge
in Millionenhöhe an die mohammedanische
Kirche gezahlt haben.
Ein in Paris lebender Bekannter des Sängers, der von
dem Sänger mit dessem Spitznamen "Steve" spricht: "Steve ist
ein Träumer, der immer auf der Suche nach dem Paradies ist. Er kann sich
für eine Sache begeistern wie ein kleines Kind. Vor drei Jahren war er zum
Beispiel totaler Anhänger des Meditations- Gurus Yogi Maharishi. Er hat damals
ebenfalls Unsummen von Geld gespendet und hat die Geschichte nach einiger Zeit
aber wieder aufgegeben. Ich kann nur hoffen, daß er diesmal keine folgenschweren
Entscheidungen getroffen hat, die er später bereuen wird..."
Widersprüchlich ist das Leben von Cat Stevens schon von Geburt an verlaufen:
In London wurde er am 21. Juli 1948 im Stadtteil Hammersmith als Sohn einer Schwedin
und eines Griechen geboren. Den Eltern gehörte das Nachtlokal "Moulin
Rouge", die Umwelt des Jungen war die schillernde Nachtszene. Die Schule
im Londoner West End langweilte Cat Stevens, er war nur an den musischen Fächern
interessiert. Nach Schulabgang schrieb er sich in dem "Hammersmith College
of Art" ein - Cat Stevens wollte Karikaturist werden. Aber es kam anders.
1965 nahm er seine erste Single auf: "Back to the good old Times". Doch erste Erfolge hatte er erst mit seiner dritten Platte, die "Matthew and Son" hieß.
Mit seiner warmen Stimme, den poetischen Texten und den wunderschönen Melodien
schaffte er eine traumhafte Blitzkarriere. Doch Cat Stevens - typisch für
das Seelenleben des Sängers - war über diese Entwicklung unglücklich.
Er selbst sagt über diese Zeit: "Ich kippte täglich eine Flasche Schnaps und rauchte vor jedem
Auftritt Marihuana. Es war grauenhaft."
Ist Cat Stevens mit dem Übertritt zur mohammedanischen
Religion dem gesuchten Paradies ein Stück näher ?
