In
einer kleinen Wohnung über einem Restaurant mit dem Namen "Moulin Rouge"
im Herzen der verzauberten Stadt Singlitter City, lebte einst ein Junge. Er wuchs
inmitten der beständigen Hektik des Verkehrs auf, umgeben von niemals verstummendem
Lärm, von Staub und schmutziger Luft, hellen Lichtern und ein paar Fleckchen
grünen Grases. Und weil es in dieser Stadt keine Plätze und Parkanlagen
gab, wo Kinder ungefährdet spielen konnten, begann der Junge bald, sich für
andere Dinge als Murmeln und Schaukelpferde zu interessieren. Er hörte Musik
und erfuhr von den Freuden, die sie den Menschen vermitteln kann. Der Junge und
seine Eltern waren Griechen und die Musik, die man ihm vorspielte, war die Musik
dieses weisen, antiken Landes. Musik voller Emotionen, Fröhlichkeit und Trauer,
Schmerz und Vergnügen.
Diese
Musik war ein guter Lehrmeister und der Junge ein Schüler, der schnell begriff,
worauf es ankam.
Als er etwas älter war, begann er, seine eigene Musik zu schreiben. Er schrieb
gut und es dauerte nicht lange, da wurde ein Mann auf ihn aufmerksam, der wusste,
wie man aus Menschen Stars macht. Der Junge war nicht nur sehr talentiert, er
war auch sehr nett und sah gut aus. So waren er und seine Lieder schon bald berühmt
von einem Ende des Landes zum anderen. Viele Leute kauften seine Songs, viele
Zeitschriften veröffentlichten seine Fotos. Die Mädchen klebten
sie an die Wände ihrer Schlafzimmer, um dem Jungen in ihren Träumen
nahe zu sein. Der Junge wurde weltberühmt, er reiste durch die ganze Welt,
trat in vielen Shows auf und machte sogar andere Sänger mit seinen Liedern
populär.
Aber er wurde immer unglücklicher. Die Songs, die die Menschen von ihm hören
wollten, waren nicht die Songs, die er selbst gern sang. Er schrieb Lieder, die
ihm viel besser gefielen, als die, die ihn berühmt gemacht hatten.
Der Junge wurde krank. So krank, dass der Arzt meinte, er würde sterben,
wenn er nicht sofort ins Krankenhaus ging. Während eines dreimonatigen Aufenthaltes
im Krankenhaus hatte der Junge Zeit, über sich und sein Leben nachzudenken.
Er hielt sich selbst einen Spiegel vor und was er sah, gefiel ihm nicht. Er beschloss,
sich von seiner Vergangenheit zu lösen.
Mehr als ein Jahr lang arbeitete er nicht, doch er konzentrierte sich auf das
Komponieren neuer, besserer Lieder. Das Geld, das ihm sein früherer Ruhm
beschert hatte, gab ihm die Freiheit, zu tun, was ihm Spaß machte. Und als
er sich selbst gefunden hatte, präsentierte er sich den Menschen und die
Menschen mochten ihn und seine neuen Songs.
Heute, drei Langspielplatten später, ist CAT STEVENS stolz und glücklich.
