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Die Geschichte hinter der Musik
Die Show des Song-Magiers Cat Stevens

In der ersten Reihe sitzen Keith Richard und Ron Wood von den Rolling Stones, daneben Chris Jagger, der kleine Bruder des berühmten Mick. Gemeinsam mit 9000 Fans warten sie in der Münchner Olympiahalle, daß sich der schwarze Vorhang mit dem aufgestickten Tigerkopf endlich heben möge.

In der Garderobe stimmt Cat Stevens währenddessen ein letztes Mal seine akustische Gitarre und spricht mit seinem blonden Gitarristen Alun Davis noch einmal die Songs durch. Zwischendurch ißt er: Spargel und Gemüse. Cat Stevens ist Vegetarier. Fleisch rührt er nicht an. Ebenso wenig wie den Whiskey, der auf dem Tisch steht. Cat trinkt Milch. "Das hilft gegen Lampenfieber und Nervosität", meint er.
Vor Lampenfieber brauchte er eigentlich keine Angst zu haben. Denn jedes seiner Konzerte ist ein Erfolg. Die Fans in Deutschland haben ihn nicht vergessen, obwohl er im April 1974 zum letzten Mal in Deutschland war - in Frankfurt. Seine Platten tauchen nur selten in Hitparaden auf, trotzdem bekam er kurz vor der Tournee eine goldene Schallplatte.

Endlich wird´s dunkel in der Olympiahalle. Nur ein großer Scheinwerfer flammt auf, reißt zwei hell gekleidete Zauberer aus dem Dunkel. Sie schieben vier farbige Kästen auf die Bühne, stapeln sie aufeinander, öffnen die vorderen Türen, und Cat Stevens tritt heraus. Begeisterter Jubel empfängt ihn. "Moonshadow" ist der erste Song, den er bringt. Ohne Pause schließt sich "Another Saturday Night" an. Da endlich hebt sich während des Orgelvorspiels auch der Vorhang. Strahlend schön wird das Bühnenbild sichtbar, eine weiße Leinwand, die von farbigen Scheinwerfern angestrahlt wird. Ein riesiger Stern aus Glühbirnen, in dessen Mitte immer wieder neue Dias und zu den Songs passende Motive auftauchen. Cat Stevens will mit diesem Bühnenbild und dem Baldachin darüber das Universum darstellen, unter dem die Menschen in Frieden leben sollen. Das ist seine Botschaft, die er bei seinen Konzerten weiter geben will.
Bei dem Song "Whistlestar" setzt er sich an den schwarzen Flügel. Es ist sein erstes Lied, zu dem er keinen Text singt, sondern nur pfeift. Dabei wird der Trick mit der "zersägten Jungfrau" gezeigt, den ihr oben im Bild seht.
Für Cat Stevens ist das aber nicht nur Unterhaltung oder Show. Er möchte damit ausdrücken, wie sehr er an Magie oder Zauberei glaubt. Symbolische Bedeutung hat auch seine weiße Jacke, die er beim Konzert trägt. Für ihn ist sie Zeichen für Reinheit und Unschuld. 

Cat Stevens hat an diesem Abend bewiesen, daß er immer noch einer der ganz großen Stars ist.

Text und Fotos aus der BRAVO, Nr. 6 des Jahres 1976
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