Cat
Stevens gehört zu den wenigen Künstlern, die so sind, wie man sie sich
vorgestellt hat. Er sieht haargenau so aus, wie Fotos ihn zeigen. Er ist höflich,
zurückhaltend, wohlerzogen. Und unglaublich schüchtern. Cat Stevens´
Markenzeichen: "menschenscheu". Bei ihm ist es nicht Image, sondern
einfach Wirklichkeit.
Er spricht nicht viel und am allerwenigstens gern von sich selbst. "Alles,
was ich zu sagen habe, sage ich in meinen Liedern", ist mittlerweile ein
vielberühmter Satz, mit dem sich mundfaule Musiker gern kurz und bündig
aus Interviews herausreden. Bei Cat Stevens, dem englischen Musiker griechischer
Abstammung, trifft er zu.
Ein Thema, das ihm seit langem am meisten beschäftigt: Religion. Damit verbunden
sind Gedanken um Leben und Tod.
In "Novim´s Nightmare" etwa, einem Song auf seiner neuesten LP
"Numbers", erzählt er von einer "trunkenen Guillotine",
die über seinem Kopf schwebt. Cat Stevens: "Das ist eine Vision, die
ich oft habe. Denn von dem Moment an, wo man geboren wird, schwebt auch diese
Guillotine über uns: Der Tod."
Ob er Angst vor dem Tod hat ? "Ich komme da mit meinen Gedanken nicht weiter",
sagt er. "Der Tod ist schwer zu fassen. Wenn man Todesgedanken hegt, befaßt
man sich in Wirklichkeit mehr mit irgendwelchen Problemen, für die man keine
Lösung hat. Und oft zweifelt man auch daran, ob man sein Leben richtig lebt."
Auch für sich selbst hat Steve (sein richtiger Vorname. "Cat" will
er nicht genannt werden) noch nicht den Sinn des Lebens entdeckt, den er sucht.
"Ich hoffe, daß Gott mir da weiterhilft", sagt er.
Gott ? "Nicht als religiöse Floskel. Den Begriff Gott stelle ich für
die Macht, von der wir letztendlich alle abhängen und die keiner verleugnen
kann."
Cat Stevens bei einem Auftritt: "Ich will an die Seele der Menschen gelangen."
Cat Stevens, Musiker, Philosoph, Millionär und Wohltäter. Einen Teil seiner Einnahmen
verwendet er, um armen Menschen zu helfen.
