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Die Geschichte hinter der Musik
Cat begleitet sich bei seinen Liedern am Flügel oder auf der Gitarre, umgeben von exotischer Dekoration.
18 Monate gab er keine Konzerte. Jetzt ging Cat Stevens mit seinen sanften Liebesliedern wieder auf Tournee. BRAVO erlebte ihn in Oxford.

Die Bühnendekoration glich einem Foto aus Cat Stevens´ Familienalbum. Spanische Wände aus Bambusrohr, Palmen und jede Menge exotische Blumen. Dazwischen, fast versteckt, ein Steinway-Flügel, ein Schlagzeug und sechs akustische Gitarren. Verstärker waren überhaupt nicht zu sehen. Eine Erinnerung an die Tropeninsel Jamaica, wo Cat seine letzten beiden LP´s aufnahm. Im westindischen Stil hat er auch seine Londoner Wohnung im Stadtteil Fulham eingerichtet.

Familiäre Atmosphäre im Konzertsaal ist für Cat Stevens wichtig. Er braucht sie, um seine Gefühle vor einem großen Publikum besser zum Ausdruck bringen zu können. Mit ernstem Gesicht, fast schüchtern, betritt er die Bühne. Ohne ein Wort setzt er sich mit seiner Gitarre auf den Hocker vorm Mikrofon. Schon nach den ersten Tönen großer Beifall von den Zuhörern..... "Wild World" ist seine erste Nummer, dann folgt "Lady D´Arbanville", ein Liebeslied für seine Exfreundin Patti D´Arbanville. Er komponierte es für Patti, als sie ihn verließ und mit Mick Jagger Freundschaft schloß. Ausgerechnet mit diesem Song hatte Cat Stevens nach zweijähriger Pause 1970 sein Comeback. Als er es an diesem Abend sang, umspielte zum ersten mal ein Lächeln seine Lippen, ein sanftes, wehmütiges Lächeln, voller Erinnerungen an eine hoffnungslose Liebe - wie sie das Lied erzählt. Von da an ist der Kontakt mit dem Publikum endgültig da, hat Cat seine anfänglichen Hemmungen überwunden.
"Moonshadow", "Peace Train", rufen ihm die Leute zu, und Cat singt die gewünschten Songs. In der Pause zieht er sich um. Statt der grünen Seidenbluse trägt er nun ein weißes Hemd und eine glitzernde, gestreifte Weste. Von seiner letzten LP "Cat Stevens´ Buddha and the Chocolatebox" bringt er als Höhepunkt "Sunny Side Road" und das philosophisch angehauchte "Zen". Unvermittelt, wie er begonnen hatte, endet dieser Abend. Mit einem kurzen Gruß verschwand Cat Stevens unter dem Jubel seiner Fans. Sie fordern 15 Minuten lang Zugaben, aber Cat bleibt verschwunden...

Er war eben schon immer ein Außenseiter. 1967 wollten die Manager den damals 19 jährigen als Pop-Idol aufbauen. Tatsächlich hatte Cat Stevens damals auch zwei Hits: "Matthew and Son" und "I love my Dog". Aber er machte sich nicht viel daraus, im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stehen. Hinzu kam ein schwerer Schicksalsschlag: Über ein Jahr lang musste er mit schwerer Tuberkulose im Krankenhaus liegen. 1970 war die Krankheit überwunden und Cat wieder da - aber diesmal nahm er sich nicht viel vor. Jedes Jahr eine LP und ein paar Konzerte - mehr stand nicht auf seinem Programm. Die restliche Zeit lebte er zurückgezogen in London, auf Jamaica oder in Griechenland, der Heimat seines Vaters. Die jetzige Tournee, auf der er auch ein Konzert in Frankfurt gab, war seine erste seit November 1972. Im Anschluss an diese Reise will Cat wieder Pause machen. Wie lange, das weiß er noch nicht...

Text und Fotos aus der BRAVO, Nr. 20 aus dem Jahre 1974
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