Yusuf
Islam gab am 20.10.2003 ein Konzert in der Royal Albert Hall in London ! Anlass
war das 20-jährige Bestehen der "Islamia School" in London. Dabei
sang er neben der Neuversion von "Peace Train" noch "God is the
Light" sowie die zwei vorher unveröffentlichten Songs "I look I
see" und "The Wind, East and West".
Musikalisch begleitet und unterstützt wurde Yusuf von seinen Freunden Khalid
Belrhouzi, Zain Bhika, die schon länger zu Yusuf´s musikalischen Weggefährten
zählen, und Native Deen, einer Rap-Band.
Dies war der erste Auftritt von Cat Stevens / Yusuf Islam in der Royal Albert
Hall seit dem Jahre 1975 !
In Kürze soll eine CD mit einer Bonus-DVD, auf der Hintergrundmaterial zum
Konzert zu finden ist, käuflich zu erwerben sein.
Ein Freund von mir und treuer Besucher dieser Homepage war bei diesem Livekonzert
dabei. Hier seine persönlichen Eindrücke von diesem Abend:
"Mir war es leider vergönnt, Cat Stevens in den 70ern einmal live hören zu dürfen, obwohl ich zu seiner noch "aktiven" Zeit bereits ein Fan seiner Musik war. Als ich erfuhr, dass er nach fast 25 Jahren wieder auf der Bühne steht, war mir klar, dass ich die damals verpasste Chance nachholen muss.
Am 20. Oktober 2003 gab er, bzw Yusuf Islam wieder ein Konzert. Der Anlass war das zwanzigjährige Bestehen von Islamia, der ersten islamischen Schule in London. Die Konstellation ist bekannt - nicht Yusuf Islam war der Initiator der Schulgründung, sondern die Frau im Hintergrund - seine Gattin - sie gab Yusuf den Anlass zur Schulgründung, damit seine Kinder auf eine rechte Schule kommen. Hasannah, Yusufs älteste Tochter war dann auch eine der ersten Schülerinnen von Islamia.
Yusuf Islam musste mit einem zwinkernden Auge an diesm Abend zugeben, dass seine
Frau Schuld daran ist, dass es diese Veranstaltung überhaupt gab. Yusuf Islam
war das erste mal 1972 in der Royal Albert Hall und ich war mir sicher, dass in
der Veranstaltung am 20. Oktober Konzertbesucher von damals dabei waren.
Das erste Augenfällige beim Betreten der Halle war die Bühne, die für
ein Musikkonzert erstaunlich leer war. Es gab nur ein Percussioninstrument in
der Bühnenmitte und ansonsten keine Musikinstrumente, was aber auch überhaupt
kein Defizit war. Die Künstler, die an diesem Abend auftraten, waren ziemlich
begabt, für das, was sie darboten.
Als Yusuf als erster auf die Bühne kam - mir schien, fast etwas schüchtern
- ging die erste Begeisterungswelle durchs Publikum. Ich möchte nicht behaupten,
dass die Mädels ihre Schleier auf die Bühne warfen, aber Yusuf Islam
scheint bei seiner zweiten Karriere auch ein recht begeisterungsfähige Fan-Gemeinde
hinter sich zu haben.
Bevor aber Yusuf Islam seinen eigenen Auftritt ankündigte, war der Abend
zunächst seinen musikalischen Freunden vorbehalten.
Als erstes kündigte er Khalid Belrhouzi, einen in Frankreich lebenden Marokkaner, an. Khalid Belrhouzis Musik hat, für meine Ohren, die arabischsten Klänge an diesem Abend dargeboten. Er ist in der muslimischen Welt ein bekannter Sänger, und hat es stimmlich ziemlich sehr gut drauf. Seine Musik entspricht allerdings nicht - um mich höflich auszudrücken - meinen westlichen Hörgewohnheiten. Khalid sang zusammen mit dem Schulchor von Islamia und Qatrunada, die auch im Chor mit den weiteren Künstlern auftraten.
Nach Khalid Belrhouzi trat das zweite Highlight (neben dem späteren Auftritt von Yusuf) des Abends auf. Zain Bhikha aus Südafrika. Dieser Sänger (beim Mountain of Light-Label unter Vertrag) hat Stimme und Ausstrahlung und wenn er anfängt zu singen, wird es sofort still im Saal. Ich nehme an, er ist dem Publikum sehr bekannt, oder er hatte auf alle im Saal die gleiche - fast charismatische - Ausstrahlung gehabt. Ich kannte keines seiner vier Stücke, die er aufgeführt hat, aber bei den letzten beiden Stücken "Afrika" und "Praying for Hours" konnte einem schon mal 'ne Gänsehaut kommen.
Nach einer zwanzigminütigen Pause kündigte Yusuf die nächste "Band" an. Drei Jungs aus Amerika, die eine ganz andere Musik darboten als ihre Vorgänger. Native Deen sangen Rap und verglichen mit dem, was sonst im Radio läuft, frag ich mich mittlerweile, wofür man beim richtigen Rap, die ganzen Instrumente braucht. Die Jungs hatten nur Ihre Stimmen und den Herrn am Schlagzeug und es hat kein Stück Musik gefehlt.
Natürlich hatte ich auch diesmal keines der Lieder gekannt, aber es war sehr
hörenswert.
Nachdem Yusuf den nächsten Künstler ankündigte, sich selbst, konnte
man an der Reaktion des Publikums noch einmal hören, weshalb die Anwesenden,
ausser den Kartenabreissern, hierher gekommen sind. Wegen Yusuf Islam und Cat
Stevens !
Sein erstes Stück war "I Look I See" aus der gleichnamigen CD,
die demnächst bei Mountain of Light erscheinen wird. Es wird eine CD von
und für Kinder sein. Yusuf wurde begleitet von dem Schülerchor der Islamia
Schule und drei Sängern aus Südafrika, mit denen er schon im Studio
gearbeitet hat. (Es sind die Stimmen, die man aus der Neuaufnahme von Peacetrain
kennt).
"God is the Light" war das zweite Lied, dass ich von ihm geniesen durfte.
Obwohl erst 1997 veröffentlicht, klingt es für mich nach dem Musiker,
den ich aus den 70ern noch kenne.
"Wind East and West", sein dritter Titel des Abends, wurde bisher noch
nicht auf CD veröffentlicht und war deshalb ein ganz besonderes Schmankerl
für mich. Es ist ein ähnlich ruhiges Stück wie "The Wind"
und er hat das neue Lied auch als Nachfolger von "The Wind" angekündigt.
Dass auch sehr viel Besucher von Cat Stevens im Publikum waren, konnte man spätestens dann heraushören als er "Peacetrain" ankündigte. Auf dieses Lied hat die ganze Halle gewartet und es war nicht nur für mich das Highlight des Abends. Ich finde diese neue Version seines Klassikers etwas schöner als das Original und dann noch live gesungen ist dies natürlich die Krönung. Sein Auftritt war auf jeden Fall viel zu kurz und es gab leider nur eine Zugabe, die scheinbar sehr bekannt war beim Publikum - man konnte es ebenfalls an dessen Reaktion hören. Ich kenne zwar alle Songs von Cat Stevens, aber das Reportoire von Yusuf Islam ist mir nicht so bekannt.
Ich möchte nicht vergessen zu erwähnen, dass neben den musikalischen Darbietungen noch zwei Reden von Tim Winter (ein Freund von Yusuf und - wenn ich es recht mitbekommen habe - Mitbegründer von Islamia) und Hamza Yusuf Hanson (ein amerikanischer Priester) gehalten wurden.
Diese "Night of Remembrance" wird für mich eine Nacht der Erinnerung bleiben, da ich auf diesen Abend sehr, sehr lange gewartet habe und ich wurde nicht enttäuscht."
